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Ein musikalischer Abend in Altenburg, 1778

FERDINAND TOBIAS RICHTER
(Würzburg 1651 - Vienna 1711)

GIUSEPPE SPOGLIA
(Tolentino 1639 - Roma 1713)

  • Toccata "a terza minore" (ed. by M. Machella; source: "Woodcock Manuscript", MS X786.4108/M319, University of Illinois Urbana–Champaign)

JOHANN CASPAR KERLL
(Adorf [Saxony] 1627 - Munich 1693)

FRANCESCO GASPARINI
(Camaiore [Lucca] 1661 - Roma 1727)

Sonate e Versetti per cembalo/organo

GOTTFRIED HEINRICH STÖLZEL
(Grünstädtel [Schwarzenberg] 1690 - Gotha 1749)

Partia di Signore Steltzeln

JOHANN LUDWIG KREBS
(Buttelstedt [Weimar] 1713 - Altenburg 1780)

JOHANN ANDREAS BACH
(Ohrdruf, 1713-1779)

SYLVIUS LEOPOLD WEISS
(Wrocław 1686 - Dresden 1750)

  • Ciacona
    (transcribed from Sonata g-moll, Weiss-SW 14)

FERNANDO DE LUCA
harpsichord

Issue 2026-11

Recorded in Borgo Ticino (Novara, IT): Sept/Oct 2025 (Richter/Gasparini/Weiss), 10 March 2023 (Krebs), 6 Nov 2023 (JA.Bach), 22 Feb 2024 (Kerll/Stölzel), 16 Feb 2026 (Spoglia)
Audio eng. M. De Gregorio

Die Instrumente

  • Richter, Krebs: French harpsichord after Tibaut (1691) built by A. Di Maio (2018)
  • Kerll, Stölzel: Italian harpsichord after Carlo Grimaldi (1697) built by F. P. Ciocca (2023)
  • Gasparini, Weiss, Spoglia: Italian harpsichord after G. B. Giusti (1679) built by G. Gamberi (2025)
  • J.A.Bach: German harpsichord after Christian Vater (1738) built by F. P. Ciocca (2007)
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Die letzten Strahlen der Abendsonne fallen durch die Fenster der Schlosskirche, während sich am Hofe Herzog Friedrichs III. von Sachsen-Gotha-Altenburg der Adel, Hofbeamte, Geistliche und einige Gäste aus Gotha und Leipzig unter dem Schein zahlloser Kerzen versammeln. Erwartungsvoll richten sich alle Blicke auf Herrn Krebs, den betagten Musiker. Seit mehr als zwanzig Jahren Organist in Altenburg, gilt der berühmte Schüler Johann Sebastian Bachs inzwischen als einer der letzten lebenden Bewahrer jener großen mitteldeutschen Orgel- und Klaviertradition, die der Zeitgeist bereits allmählich hinter sich zu lassen beginnt. Man erzählt sich, Krebs habe noch am Nachmittag mehrere Handschriften aus seiner eigenen Sammlung durchgesehen und die endgültige Reihenfolge der Werke erst wenige Stunden vor Beginn des Konzerts festgelegt.

Das Programm überrascht die Kenner unter den Zuhörern. Kein einziges Werk Johann Sebastian Bachs steht auf dem Pult. Gerade diese auffällige Abwesenheit scheint bewusst gewählt zu sein. Anstatt seinen verehrten Lehrer unmittelbar zu zitieren, lässt Krebs dessen musikalische Welt durch Freunde, Vorbilder, Zeitgenossen und Angehörige seines weiteren Kreises lebendig werden.

Den Auftakt bilden die drei Suiten sowie die monumentale Toccata mit zehn Versetten von Ferdinand Tobias Richter. Feierliche Toccaten, kunstvolle Fugen, französische Tanzsätze und liturgische Versetten eröffnen den Abend mit jener kraftvollen Sprache der süddeutsch-österreichischen Tradition des späten 17. Jahrhunderts. Mancher Zuhörer mag darin jene stilistische Strenge wiedererkennen, die über Wien und Süddeutschland auch die Organisten Thüringens und Sachsens nachhaltig geprägt hatte.

Mit den beiden folgenden Werken öffnet sich der Blick nach Italien. Giuseppe Spoglias selten gespielte Toccata „a terza minore“ weckt bereits durch den kaum bekannten Namen ihres Komponisten Neugier. Man darf sich vorstellen, dass eine solche Musik über handschriftliche Abschriften und den regen Austausch zwischen Organisten und Sammlern ihren Weg bis nach Altenburg gefunden haben könnte. Johann Caspar Kerlls berühmte Passacaglia führt diesen Gedanken weiter: In ihr verschmelzen deutsches kontrapunktisches Denken und die Eindrücke seiner römischen Lehrjahre zu einer der eindrucksvollsten Synthesen der europäischen Tastenmusik des 17. Jahrhunderts.

Nach einer kurzen Pause, in der sich die Hofgesellschaft im benachbarten Saal bei einem Glas Rheinwein über das Gehörte austauscht, beginnt der zweite Teil des Abends mit den Sonaten und Versetten Francesco Gasparinis. Die wechselnden Tonarten, die elegante Linienführung und die beinahe gesangliche Leichtigkeit zeichnen ein anderes Bild italienischer Tastenkunst – weniger monumental als Kerll, dafür von feiner Noblesse und melodischem Reiz. Krebs scheint damit daran erinnern zu wollen, wie selbstverständlich deutsche und italienische Musik seit Generationen miteinander im Dialog standen.

Mit Gottfried Heinrich Stölzel kehrt das Programm gedanklich nach Thüringen zurück. Die Partia di Signore Steltzeln, die auch Johann Sebastian Bach besonders schätzte, hält für die Kenner eine feine Überraschung bereit: Das abschließende Menuett erklingt in jener Fassung, die Bach durch ein zusätzliches Trio vervollständigte. Es bleibt die einzige unmittelbare Begegnung mit dem Thomaskantor – nicht in Gestalt eines eigenen Werkes, sondern als diskreter Mitgestalter der Musik eines geschätzten Zeitgenossen.

Nun wendet sich Krebs seiner eigenen Komposition zu. Die Fuge a-Moll unterbricht den musikalischen Faden nicht, sondern fügt sich ganz selbstverständlich in ihn ein. Streng im Satz, ausgewogen in der Form und frei von jeder äußerlichen Virtuosität, erscheint sie als persönliche Antwort eines Komponisten, der sich nicht über seine Vorbilder erhebt, sondern sich bewusst in deren Tradition stellt.

Das Capriccio über B.A.C.H. von Johann Andreas Bach führt schließlich noch einmal in den Kosmos der weitverzweigten Bach-Familie zurück. Das berühmte Tonmotiv wird hier zum Gegenstand eines ebenso gelehrten wie geistreichen kontrapunktischen Spiels. Den krönenden Abschluss bildet die monumentale Ciacona von Sylvius Leopold Weiss in einer Übertragung von der Laute auf das Tasteninstrument – eine stille Erinnerung an die persönliche Freundschaft zwischen Weiss und Johann Sebastian Bach und zugleich eine vollkommene Zusammenfassung des gesamten Programms, in dem sich deutsche Polyphonie, italienischer Gesangsstil und die hohe Kunst der Variation begegnen.

Als die letzten Akkorde unter den Gewölben der Schlosskirche verklingen, folgt kein überschwänglicher Beifall, sondern jenes würdevolle Schweigen, das an einem deutschen Fürstenhof oft die höchste Form der Anerkennung bedeutete. Erst danach erhebt sich höfischer Applaus. Krebs steht langsam von der Tastatur auf, verneigt sich leicht vor dem Herzog und verlässt den Kirchenraum, während das Publikum noch einen Augenblick in den nachhallenden Klängen zu verweilen scheint.

Freilich hat dieser Konzertabend niemals stattgefunden. Er ist eine historische Imagination, entstanden aus nachweisbaren Beziehungen zwischen Komponisten, überlieferten Quellen und einem Repertoire, das Johann Ludwig Krebs durchaus gekannt und möglicherweise selbst zusammengestellt haben könnte. Wirklich existieren hingegen alle hier aufgeführten Werke – ebenso wie die Einspielungen des Maestro Fernando De Luca, denen diese kleine musikalische Zeitreise ihre Inspiration verdankt.

saladelcembalo.org, 26. Juli 2026 (Übersetzt dank des OpenAI-Dienstes)

Una serata musicale ad Altenburg, 1778

Le ultime luci del giorno filtrano dalle finestre della Schlosskirche, mentre la corte di Federico III di Sassonia-Gotha-Altenburg prende posto sotto le volte illuminate da candele e lampade a olio. Nobili, funzionari, ecclesiastici e alcuni ospiti giunti da Gotha e Lipsia attendono l'ingresso dell'anziano musicista, il signor Krebs. Da oltre vent'anni organista della corte, l'illustre allievo di Johann Sebastian Bach è ormai considerato il custode di una tradizione che il gusto del tempo va lentamente relegando al passato. Si racconta che, prima di sedersi alla tastiera, Krebs abbia sfogliato con calma alcuni fascicoli manoscritti della propria biblioteca, scegliendo definitivamente il programma soltanto poche ore prima dell'esecuzione.

La scelta sorprende gli ascoltatori più esperti. Non compare infatti alcuna composizione del suo venerato maestro. Un'assenza tanto evidente da sembrare intenzionale: come se Krebs volesse evocare Bach senza nominarlo, lasciandone affiorare la presenza attraverso gli amici, i predecessori, i colleghi e gli allievi che avevano contribuito a formare quel linguaggio musicale.

Il viaggio comincia con le tre Suites e la monumentale Toccata con dieci versetti di Ferdinand Tobias Richter. Le solenni introduzioni improvvisative, le fughe, le danze francesi e i versetti liturgici trasportano l'uditorio nell'universo della grande scuola austro-tedesca del Seicento. Qualcuno riconosce nelle sue pagine quella severa eloquenza che, attraverso Vienna e la Germania meridionale, avrebbe alimentato anche la tradizione organistica della Turingia.

L'atmosfera muta quando Krebs introduce due autori italiani oggi quasi sconosciuti. La Toccata "a terza minore" di Giuseppe Spoglia suscita curiosità già per il nome del compositore, probabilmente ignoto a gran parte dei presenti. Non è difficile immaginare che quella musica fosse giunta ad Altenburg attraverso copie manoscritte passate di mano in mano fra organisti e collezionisti. Ancora più eloquente è la Passacaglia di Johann Caspar Kerll, compositore tedesco profondamente segnato dalla sua esperienza romana: in essa il rigore contrappuntistico e il respiro italiano sembrano fondersi in una sola voce.

Dopo un breve intervallo, durante il quale gli ospiti si raccolgono nel vicino salone per sorseggiare vino del Reno e conversare sulla musica appena ascoltata, il concerto riprende con le Sonate e i Versetti di Francesco Gasparini. La successione delle tonalità, l'eleganza del fraseggio e la naturale cantabilità delle melodie offrono un volto diverso dell'Italia musicale, lontano dalla grandiosità della passacaglia di Kerll ma non meno raffinato. Krebs sembra quasi voler ricordare come la cultura tastieristica tedesca non abbia mai cessato di dialogare con quella italiana.

Con Gottfried Heinrich Stölzel il percorso ritorna idealmente in Turingia. La Partia di Signore Steltzeln, tanto apprezzata anche da Bach, riserva una piccola sorpresa agli intenditori: il Minuetto conclusivo è completato dal celebre Trio composto da Johann Sebastian Bach. È l'unico momento nel quale il Kantor di Lipsia compare direttamente nel programma, ma quasi di sfuggita, con la discrezione di chi preferisce accompagnare piuttosto che dominare la scena.

A questo punto Krebs si concede l'unico spazio personale della serata. La Fuga in la minore non interrompe il filo del racconto: al contrario, dimostra come egli si consideri parte di quella stessa tradizione, non il suo punto d'arrivo. È una pagina severa, limpida e perfettamente equilibrata, nella quale convivono la lezione bachiana e il gusto della seconda metà del secolo.

Il Capriccio über B.A.C.H. di Johann Andreas Bach riporta infine l'ascoltatore all'interno della straordinaria dinastia musicale dei Bach, trasformando il celebre monogramma in un raffinato gioco contrappuntistico. La conclusione è affidata alla monumentale Ciacona di Sylvius Leopold Weiss, trascritta dal liuto alla tastiera: un omaggio a un musicista che Johann Sebastian Bach aveva conosciuto e ammirato personalmente, e insieme una sintesi ideale dell'intero programma, dove la variazione, il contrappunto e il canto sembrano fondersi in un unico grande discorso musicale.

Quando le ultime armonie si spengono sotto le volte della Schlosskirche, gli applausi sono rispettosi più che fragorosi, secondo l'etichetta della corte. Krebs si alza lentamente dalla tastiera, saluta il duca con un lieve inchino e lascia che sia il silenzio a chiudere una serata dedicata non alla celebrazione di un singolo compositore, ma alla memoria di un'intera tradizione musicale.

Naturalmente, questa serata non ebbe mai luogo. È una ricostruzione immaginaria, costruita intrecciando fatti storici, relazioni documentate fra musicisti e un repertorio che Johann Ludwig Krebs avrebbe potuto conoscere e verosimilmente apprezzare. Reali sono invece tutte le musiche qui evocate, così come sono autentiche le interpretazioni del maestro Fernando De Luca, alle quali questa fantasia storica rende idealmente omaggio.

saladelcembalo.org, 26 luglio 2026

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